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Google Glass: Next Big Thing in der Gadget-Welt?

KATEGORIE: Gadgets von Morgen
20. März 2013 - 13:00 Uhr

Vergangene Woche hat der Internetkonzern mit Weltherrschaftsambitionen google die Webseite für sein neues Prestige-Projekt gelauncht: Mit der einäugigen Brille google glass sollen die Grenzen zwischen realer und digitaler Welt verschmelzen, indem er Träger der Brille Informationen zu seiner Umgebung auf dem Brillenglas eingeblendet bekommt. Zusammen mit einer neuen Kopfhörer-Technologie sollen passende Sounds per Vibration der Schädelknochen direkt und für andere nicht hörbar ins Gehör des Brillenträgers gelangen. Um den Brainwash komplett zu machen fehlt eigentlich nur noch die Verbindung der Brille zum Gehirn, da google aber sowieso schon sehr gut Bescheid weiß, was wir denken, wird daran noch nicht gearbeitet, jedenfalls soweit bekannt.

Das ultimative Gadget

Dem allgemeinen Verständnis nach sind Gadgets kleine, technisch raffinierte Helfer. So gesehen ist die angekündigte Brille, die noch dieses Jahr erscheinen soll, so etwas wie DAS Gadget überhaupt. Das kleine Wunderwerk soll nicht nur nützliche Informationen, beispielsweise Adressen oder Bilder aus dem Internet, einblenden können, sondern auch Videos aus der Ego-Perspektive aufzeichnen. Und weil die Bedienung des ganzen kaum anders möglich wäre: Gesteuert wird die google Brille per Sprachsteuerung. Mit dem Satz „Ok glass“ aktiviert man die Brille –  go go gadgeto Brille, der Inspector lässt grüßen. Für was man alles den neusten Streich des Internet-Riesen dann benutzen kann, zeigt google in einem kurzen Video auf der neu gelaunchten Projektseite. Ähnlich wie bei Werbefilmen für das Ipad oder Windows Phones wirken die ausgewählten Szenarios für die Nutzung aber eher abstrakt. So dürften für die Einblendung eines Bildes auf der Brille doch etwas authentischere Szenarien bestehen, als die Bereitstellung eines Tigerkopfes als Vorlage für den Bau einer Eisskulptur. Aber gut, dass mag mit der Marketing-Strategie zusammenhängen: Google und Apple wollen natürlich, dass wir uns als Individualisten mit außergewöhnlichen Interessen und Hobbys betrachten. Die Brille nutzen, damit sie einem zum nächsten Zigarettenautomaten führt? Wie langweilig.

Einstieg in die augmented reality

Die neue google Brille kann als Einstieg in die Ära der so genannten augmented reality, auf deutsch erweiterte Realität betrachtet werden. Technisch funktioniert sie eigentlich relativ einfach: ein winziger Beamer projektiert die Daten auf die Innenseite des Brillenglases – bis wir eine schöne neue Welt haben, in der entsprechende Geräte direkt mit dem Auge oder am Ende sogar mit den Synapsen des Gehirns verknüpft sind, dauert es zum Glück wohl noch ein wenig. Womöglich hat sich bis dahin das menschliche Gehirn sowieso zum Großteil zurückgebildet, die aktuelle Kampagne von google zur Bekanntmachung des google glass deutet auf eine entsprechende Entwicklung hin: Interessierte Kunden bewerben sich  für den anlaufenden Test der neuen Brille, indem sie Werbung für diese auf Twitter und anderen sozialen Netzwerken in Form von kreativen Nutzungsmöglichkeiten posten sollen. Die „Gewinner“ dieses Wettbewerbs können dann für eine Kostenpauschale von lächerlichen 1500 Dollar am Test der Brille mitmachen. Eine wirklich geniale Innovation: Wenn der Kunde die Brille schon kaufen soll, wieso kümmert er sich dann nicht gleich noch um Ideen für Einsatzmöglichkeiten, die nötige Werbung und den Test des Produkts? Und anstelle ihn dafür zu bezahlen, verlangt man einfach noch einen ordentlichen Haufen Geld. Seriously?

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