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Kamera-Designstudie: Produktklassiker neu erfunden

KATEGORIE: Gadgets von Morgen
12. April 2013 - 16:30 Uhr

Manche Produkte sind einfach so akzeptiert, dass sie sich über Jahrzehnte nicht wesentlich verändern. So sind beispielsweise moderne Autos, unabhängig von den abgerundeten Karosserien und der ganzen eingebauten Technik, eben immer noch ein rechteckiger Kasten mit vier Rädern. Genau wie bei Kameras: Obwohl die Technik vorangeschritten ist, entsprechen Form und Design von modernen Digitalkameras prinzipiell der alten Schule. Dem Designbüro Conran wurde deshalb von der BBC die Aufgabe übertragen, ein neues Designkonzept für Kameras zu entwerfen, das frischen Wind in die angestaubte Optik der Kameras bringt.

Loch statt Bildschirm

Die größte Neuerung der Designstudie fällt direkt ins Auge: Anstelle des Suchers, beziehungsweise der Bildschirme, die heutzutage in digitale Kameras gebaut werden, um das Motiv zu überprüfen, weißt die von Conran entworfene Kamera schlicht ein Loch in der Mitte auf, durch welches der Fotograf hindurch schaut. Die Idee hat überzeugende Vorteile: So könnte der Verbrauch der energiehungrigen Kameras auf ein Minimum reduziert werden. Außerdem entfallen die komplizierten Menus, mit denen sich nicht selten überforderte Benutzer durch wohl größtenteils verzichtbare Funktionen ihrer Kamera kämpfen. Und nicht zuletzt: Auch wenn so nicht hundertprozentig klar ist, wo die Ränder der Aufnahme liegen – der natürliche Blick durch das Guckloch ist intuitiver und erlaubt es dem Fotografen sich auf das Motiv zu konzentrieren, ohne von dem ohnehin zu kleinen Display abgelenkt zu werden. Und noch ein Grund warum man den Stromfresser nicht mehr braucht: Da heute sowieso so gut wie jeder mit Smartphone unterwegs ist, lassen sich die Bilder per Bluetooth auch mit diesem überprüfen, mit weitaus höherer Auflösung und natürlicherer Farbgebung.

Weniger ist mehr

Chef-Designer Jared Mankelow ist bei der Entwicklung des Prototypen minimalistisch vorgegangen: Das Produkt sollte auf das Wesentliche reduziert werden, betrachtet man im Vergleich die vielen Schalter und Rädchen von Spiegelreflex-Kameras, scheint das Vorhaben gelungen. Die Bedienelemente für die Bildeinstellung sind am oberen Rand der Kamera-Rückseite angebracht, darunter befinden sich lediglich noch der Power-Schalter und der Auslöser mit optionalem Blitz. Wieso das so genial ist, erklärt Jared Mankelow mit seiner ruhigen Art natürlich selbst am besten, hier das Video zur Kamera-Designstudie. Ob und wann vergleichbare Modelle produziert werden, ist bisher nicht bekannt. Man kann aber ruhig davon ausgehen, dass das Produkt Marktreife erlangt, denn rein technisch sind keine Neuheiten verbaut, womit die Produktionskosten relativ niedrig sein dürften. Und mal ehrlich, Digicam mit abgespeckter Technik? Die Hipster werden’s lieben!

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