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Phonebloks: Das Smartphone mit Zukunft

KATEGORIE: Gadgets von Morgen
25. September 2013 - 22:00 Uhr

Seit die Smartphones scheinbar nur noch schneller und flacher werden, wird es höchste Zeit für eine echte Innovation auf dem Gebiet der kleinen Alleskönner. Ein jetzt vorgestelltes Konzept für das Smartphone der Zukunft dürfte die Kategorie, in der wie Handys denken, komplett umkrempeln und das zugunsten der Kundschaft. Fragt sich nur, ob uns die Hersteller dieses Wunderwerk auch gönnen.

Lego-Handy nach Baukasten-Prinzip

Ein Smartphone nach dem Phonebloks-Prinzip wird nicht mehr können als die derzeitigen Modelle, allerdings mit einem gewaltigen Unterschied: Es ist nicht aus einem Guss, sondern besteht aus einzelnen Modulen, die auf eine Hauptplatine gesteckt werden. Das ermöglicht dem Benutzer das persönliche Zusammenstellen eines für die eigenen Bedürfnisse optimalen Smartphones. Wer beispielsweise für seine Daten einen Cloud-Speicherdienst verwendet, braucht kein großes Speichermodul und kann den freien Platz auf der Platine etwa für einen lauteren Lautsprecher zum Musikhören nutzen. Oder wer mit dem Handy hauptsächlich telefoniert, verzichtet auf einen großen Bildschirm und freut sich über mehr Gesprächszeit dank weiterer Akku-Blöcke. Das Ganze ist natürlich auch ressourcenschonend: Anstatt ständig neue Geräte zu kaufen und Afrika weiter mit Elektronik-Müll zu überschwemmen, lässt sich mit einem Phonebloks-Gerät, kann man das Handy an die eigenen Bedürfnisse anpassen und die Leistung beliebig aufrüsten. Im Promotion-Video für das Lego-Smartphone werden die Möglichkeiten und Vorzüge gut beschrieben:

Zu schön für diese Welt?

Den Herstellern von Handys dürfte die Idee hinter Phonebloks überhaupt nicht gefallen: Das einfache Austauschen beschädigter Module sowie dem möglichen Upgraden, wenn die Geschwindigkeit irgendwann nicht mehr ausreichend erscheint, dürfte deren Absätze erheblich reduzieren und den Produktzyklus von mittlerweile fast einem Jahr in Frage stellen. Ebenfalls so gar nicht im Interesse von Apple, Samsung, Blackberry und HTC: Kompatibilität. Allein zum Nutzen gemeinsamer Ladegeräte mussten die Hersteller von der EU-Kommission gezwungen werden, da ist eine gemeinsame Telefon-Basis, auf der Module verschiedener Hersteller fröhlich getauscht und kombiniert werden können, nur schwer vorstellbar.

Join the smartphone revolution!

Das wissen auch die Leute hinter Phonebloks und rufen in ihrem Video zur Technik-Revolution auf: Technik-Produkte seien nicht für den Langzeitgebrauch gedacht, ein Phänomen, das zwar die Wirtschaft am Laufen hält, aber langfristig ökologisch und in Sachen Ressourcen echte Probleme bürgt. In der medialen Debatte wird das Problem derzeit auch unter dem Begriff „geplante Obsoleszenz“ diskutiert. Um die Industrie von den Vorteilen eines Blok-Phones zu überzeugen, versucht man einen neuen Ansatz, sogenanntes Crowdspeaking, zu nutzen. Per Facebook und anderen Netzwerken kann man sich dem Ruf anschließen, am 29. Oktober sollen die verbundenen Socialmedia-Kanäle dann für einen möglichst großen Aufschrei genutzt werden. Es liegt also in unserer Hand, seriously!

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