WiSee: Gestensteuerung ohne Grenzen

KATEGORIE: Gadgets von Morgen
7. Juni 2013 - 16:00 Uhr

Gestensteuerung ist irgendwie schon fast ein alter Hut, voll letztes Jahrzehnt! Bald ist es schon sieben Jahre her, dass mit der Nintendo Wii eine neue Ära der Steuerung von Videospielen und ferne technischen Geräten allgemein eingeläutet wurde. Abgesehen von der Umstellung der Gestenerkennung auf Kameras, die die Bewegungen direkt erfassen, hat es seitdem keine echte Innovation gegeben, so dass sich Microsofts neu angekündigte xBox One schon mit dem fragwürdigen Feature brüsten muss, die Umgebung dauerhaft und selbst im ausgeschalteten Zustand auf relevante Bewegungsmuster zu überwachen. Anstatt wie ein gelungenes Gadget, mit dem sich die Konsole wortwörtlich im Handumdrehen aktivieren lässt, wirkt das Ganze mehr wie ein weiteres gemeinsames Joint Venture mit der NSA. Aber es gibt auch gelungene Weiterentwicklung von Gestensteuerung, die bekannte motion controller-Systeme wie Kinect alt aussehen lässt.

WiSee: Barrierefreie gesture recognition per W-Lan

WiSee ermöglicht nicht weniger, als Gestensteuerung unabhängig vom Standort des angepeilten Geräts vom ganzen Haus aus zu betreiben, grenzenlosquasi, jedenfalls immerhin so weit das Wireless Lan-Netz reicht. Das funktioniert folgendermaßen: Die Strahlung des kabellosen Netzwerks reagiert auf seine Umgebung, Metalle oder Wasser stören das Signal.  Und da der Mensch zu über 70 % aus Wasser besteht, hat der menschliche Körper natürlich auch einen Einfluss auf das WiFi-Funktnetz. Analysiert man die durch menschliche Bewegungen erzeugten Veränderung der W-Lan-Strahlung, lassen sich so also bestimmte Muster erkennen und somit Gesten erfassen. Natürlich nicht so genau wie noch bei derzeitig verwendeten Systemen wie der Bewegungserfassung durch Kameras, aber genau genug, um beispielsweise Tracks der laufenden CD zu skippen oder den Fernseher abzuschalten. WiSee hat zwar noch keine Marktreife erlangt, s0ll aber schon gut funktionieren. Angeblich werden 94 % der Körperbewegungen bereits richtig erkannt.

Nette Geste oder Technik mit Tücken?

Im oben verlinkten Video erklären die Forscher der University of Washington die kleine Technik-Revolution noch mal im Detail. Vielversprechend, allerdings könnten die Tücken wie so oft in den Details stecken. Gerade in Mietswohnungen, wo sich schon heute etliche W-Lan-Signale überlagern, könnte die Technik zu Problemen führen: Beispielsweise Fernsehgeräte die wahllos umschalten, weil die Nachbarin gerade die Fenster putzt, wären nicht gerade ein Fortschritt in Sachen vereinfachter Bedienung. Lassen sich entsprechende Probleme lösen, dürfte WiSee die Bedienung unserer Wohnzimmer-Technik und anderer Gadgets revolutionieren und Gestensteuerung den Einzug in unser Alltagsleben auch jenseits von Videospielen erlauben. Bald können wir uns also alle so cool fühlen, wie Tom Cruise in Minority Report, seriously!

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Word Lens: Live-Übersetzung per Smartphone

KATEGORIE: Gadget Check
22. März 2013 - 16:00 Uhr

Unsere Smartphones stecken noch voller Potential, unseren Alltag zu erleichtern. Fühlte man sich bisher mehr als Besitzer eines extrem stromfressenden Gameboys, dessen Höhepunkt in Sachen Nützlichkeit ein viel zu kleiner Einblick ins Internet war, bieten sich mittlerweile auch lohnenswerte Verwendungsmöglichkeiten an, die den Platzbedarf des Smart-Klotz in der Hosentasche rechtfertigen. Navigationssystem im Smartphone – alter Hut, Ec-Kartenzahlung per kleinen Ansteck-Kartenleser – schon interessanter. Jetzt aber ist eine App erschienen, die unser Leben und vor allem unsere Urlaubsreisen wirklich vereinfachen könnte: Word Lens scannt mit der Handykamera Textstücke, etwa von einem Schild oder einer Speisekarte, und übersetzt diese in Echtzeit in die gewünschte Sprache. Das Ganze geht entweder per Video, funktioniert aber besser, wenn man ein Foto des Textes macht, der natürlich möglichst klar und nicht verschnörkelt geschrieben sein sollte.

App mit Zukunft

OK, bis die App so schön und problemlos funktioniert, wie man sich das vorstellt oder das entsprechende Werbe-Video suggeriert, könnte man wahrscheinlich auch eine Fremdsprache lernen. Trotzdem: Das Prinzip ist genial, man stelle sich beispielsweise vor, wie sehr Word Lens in wenigen Jahren einen Asien-Aufenthalt erleichtern wird. Zwar funktioniert die App schon halbwegs anständig, bessere Rechenleistung, Kamera und vor allem die Unterstützung verschiedenster Sprachen dürfte aus dem praktischen Übersetzungshelfer das ultimative Urlaubs-Gadget werden. Und wenn irgendwann auch Handgeschriebenes oder sogar Gesprochenes simultan in die Muttersprache übersetzt wird, lernen wir Fremdsprachen vielleicht nur noch aus Prestigegründen.

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